Für mehr Realität auf Instagram

Faszination Instagram

Etwa 800 Millionen Menschen weltweit nutzen Instagram. Manche davon sind keine aktiven Nutzer, sondern sind lediglich passiv tätig. Sie folgen verschiedenen Accounts, weil sie Bilder zu bestimmten Themen wie beispielsweise Lifestyle sehen möchten, die allseits beliebten täglichen Katzenbilder und -videos, Anregungen im Bereich Fashion oder Ideen für die nächste Reise. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich auch die Stories: diese ermöglichen es den Followern, das Jetset-Leben einer bekannten Persönlichkeit, die neuen Projekte und Produkte eines Unternehmens oder den Alltag von Freunden und Familie mitzuverfolgen. Instagram eröffnet einem die Möglichkeit, nicht nur schöne Bilder aus allen Ecken der Welt zu sehen, sondern auch Einblicke in das Leben anderer Personen zu erhalten.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

So interessant und schön das auch ist, müssen wir uns doch einer Sache bewusst sein: Die Einblicke, die wir erhalten, sind lediglich Ausschnitte aus dem Leben dieser Person und zeigen niemals das gesamte Bild. Auf Instagram stellt man gerne zur Schau, was man hat und wie gut es einem geht. Wir sind darum bemüht, ein möglichst ansprechendes Profil zu haben, so dass uns viele Menschen folgen und wir an Popularität gewinnen. Das bedeutet, dass wir nicht nur Schnappschüsse teilen, sondern oftmals mehrere Bilder machen und dann das beste davon auswählen und vielleicht sogar noch nachbearbeiten: mit Photoshop oder hübschen Filtern. Das führt zu einer verzerrten Darstellung der eigentlichen Realität. Durch Instagram bekommen wir den Eindruck, dass alle anderen ein wesentlich besseres und aufregenderes Leben führen, als wir selber. Andere reisen mehr als wir, ernähren sich gesünder, sind schlanker und fitter und sind jederzeit perfekt gestylt. Solches Denken kann schnell gefährlich werden: wir fühlen uns unzureichend und sind unzufrieden mit uns selber. Dabei vergessen wir, dass die geteilten Inhalte auf Instagram nur ein Ausschnitt aus einem großen Ganzen sind und noch dazu eine beschönigte Version. Das sollten wir uns allzeit vor Augen halten: natürlich geht es manchen besser und natürlich gibt es Menschen, die unserer Meinung nach besser aussehen, aber auch das ist nicht 24/7 der Fall.

Schluss mit falschen Vorstellungen!

Glücklicherweise gibt es eine Gegenbewegung die unter dem Hashtag #formorerealityoninstagram läuft. Unter diesem Hashtag finden sich Bilder von Otto-Normalverbrauchern und bekannten Persönlichkeiten, in denen sie die ungeschminkte Wahrheit zeigen. Dazu gehören Bilder direkt nach dem Aufstehen mit ungekämmten Haaren und ohne Make-up, Bikinibilder im Sitzen bei denen man sehen kann, dass auch die fittesten Instabeauties kleine Speckröllchen haben oder direkt nach dem Essen, wenn der Bauch gebläht ist. Gerade bei Fitnessstars ist es Trend, Vorher-Nachher-Bilder zu zeigen, die nur wenige Sekunden auseinander liegen. Ein Bild vor dem Essen und eines danach: der Unterschied ist gewaltig und würde man die Bilder unabhängig voneinander sehen, würde man glatt an den Wundereffekt einer Diät glauben. Auch Muskelanspannung, das sogenannte “Flexing” und die richtige Pose, sowie die Sitzhöhe der Hose und das richtige Licht spielen eine entscheidende Rolle. Es wird also geschummelt, wo es nur geht. Solche ehrlichen Bilder führen uns das knallhart vor Augen. Und sorgen so ein für allemal für Klarheit: niemand ist perfekt und wer sich von Bildern allein beeinflussen lässt, wird Opfer von Augenwischerei. Gute Neuigkeiten, oder? Wir sind prima, so wie wir sind und sollten den Mut haben, zu unseren kleinen Unzulänglichkeiten zu stehen. Die Hauptsache ist, dass wir gesund und glücklich sind. Und das beginnt mit einer positiven Einstellung zu sich selber.